Regionalgruppe Mesoamerika

Wir über uns

Die Regionalgruppe Mesoamerika (RG) setzt sich aus (Universitäts-)Dozent*innen, Museumsexpert*innen, Postgraduierten, Studierenden und Interessierten zusammen, die an Forschungseinrichtungen (Hochschulen, Museen) sowie in der Weiterbildung, Forschungsförderung und in der internationalen Zusammenarbeit tätig sind.
Derzeit hat die RG ca. 60 Mitglieder. Zu ihren regelmäßigen Aktivitäten gehört die jährliche Durchführung der Mesoamerikanistik-Tagung im deutsch-sprachigen Raum. Das drei-tägige Treffen dient dem wissenschaftlichen Austausch, um aktuelle Forschungsvorhaben vorzustellen sowie neue Forschungsansätze und -fragestellungen gemeinsam kritisch zu reflektieren. Die Teilnehmergruppe setzt sich aus den im deutschsprachigen Raum ansässigen Mesoamerikanistik-Forscher*innen und internationalen Gastwissenschaftler*innen und -student*innen zusammen.
Die Tagungen finden kontinuierlich seit 1998 an Hochschulen oder Museen statt, die Lehre und Forschung zu Mesoamerika anbieten und/oder über bedeutende Sammlungen zur Kulturgeschichte Mesoamerikas verfügen. Aktuelle Ankündigungen von Tagungen und Workshops finden sich auf der Startseite (einen Überblick über die Themen und Orte der zurückliegenden Tagungen bietet die Rubrik „Aktivitäten“).

Die Teilnehmergruppe der XXII. Mesoamerikanistik-Tagung im Januar 2020 am Linden-Museum Stuttgart
anlässlich der Ausstellung „Azteken“ (Foto: Alejandro Garay)

Unter dem Dach der DGSKA strebt die RG insbesondere danach, die regionale – auf Mesoamerika bezogene – Forschungsperspektive in aktuelle Diskussionen in der Ethnologie einzubringen. Die RG veranstaltet hierzu alle zwei Jahre alleine oder in Kooperation mit anderen zu den Amerikas arbeitenden Regionalgruppen Workshops auf den Verbandstagungen der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (siehe hierzu die Themen und Workshop-Programme unter „Aktuelles“ sowie unter „Aktivitäten“).
Weitere Ziele bestehen darin, den Austausch mit Museen und anderen Forschungseinrichtungen zu stärken sowie den Nachwuchs innerhalb der DGSKA zu fördern.

Der Begriff „Mesoamerika“

Mesoamerika als Forschungsraum, Quelle: www.famsi.org
Mesoamerika als Forschungsraum, Quelle: www.famsi.org
 
Der Begriff „Mesoamerika“ wurde 1943 vom Historiker und Altamerikanisten Paul Kirchhoff geprägt. Er beschrieb damit das Gebiet der heutigen Staaten Guatemala, Belize, Honduras, El Salvador und Nicaragua sowie Mexiko (ausgenommen  Nordmexiko) als ein zusammengehöriges Areal, welches in vorspanischer Zeit zahlreiche kulturelle Merkmale teilte (z. B. Anbautechniken, ähnliche Kalendersysteme auf der Basis eines Vigesimalsystems, das zeremoniell und rituell durchgeführte Ballspiel, ähnliche religiöse und kosmologische Konzepte, die Pyramide als Grundtyp monumentaler Zeremonialgebäude, die Entwicklung verschiedener Schrift- und Notationssysteme). Es handelte sich demnach nicht um eine rein geografische Bezeichnung, sondern um einen aus der damaligen Forschungsperspektive heraus definierten Raum mit ähnlichen und vergleichbaren kulturellen Errungenschaften.

Während Kirchhoff und seine damaligen Kollegen sich noch im Wesentlichen auf die historische, linguistische und archäologische Erforschung der antiken – also vorspanischen – Kulturen Mesoamerikas bezogen, umfasst die heutige Mesoamerika-Forschung ethnologische, politik-, sozial-, literatur- und sprachwissenschaftliche ebenso wie archäologische und historische Themen.

Außerdem sind die starren regionalen Abgrenzungen Mesoamerikas fraglich geworden angesichts der Mobilität und der Migration der Menschen aus diesem Raum in benachbarte Großräume (wie USA und Kanada) und weiter darüber hinaus (etwa Europa und Asien). Die Mobilität ist dabei weder unilinear noch einmalig. Vielmehr ergeben sich durch die gesteigerte Mobilität von Menschen und Dingen sowie den vielfachen Kommunikationsmöglichkeiten multidirektionale Austauschbeziehungen und -zusammenhänge, die einen kontinuierlichen kreativen Ideenfluss ermöglichen, der die engen Grenzen des ursprünglichen Begriffsverständnisses schon längst verlassen hat. Hieraus ergibt sich eine Vielfalt an Forschungsansätzen, die weiterhin der archäologischen und ethnohistorischen Grundlagenforschung gewidmet sind, darüber hinaus aber auch transregionalen Fragen globaler Zusammenhänge nachgeht. Einen Einblick in die Themenvielfalt bietet die Mitgliederdarstellung in der Rubrik „Mitglieder“.

Offen für

Die RG Mesoamerika ist offen für alle, die sich mit den Kulturen Mesoamerikas in Vergangenheit und Gegenwart befassen.

Falls Sie sich für die Aktivitäten der RG interessieren und über die laufenden Aktivitäten informiert werden möchten, wenden Sie sich bitte an die Sprecherinnen (siehe hierzu die Rubrik „Kontakt“).